Leitbild
In der sozialtherapeutischen Wohn-
und Arbeitsgemeinschaft St. Michael finden seelen-pflegebedürftige Erwachsene ein
Zuhause und die notwendige Begleitung, Unterstützung und Pflege. Ihnen wird ein
nach ihren individuellen Möglichkeiten entsprechender Arbeitsplatz angeboten,
der ihnen Erfüllung und Wertschätzung gibt. Wir ermöglichen eine individuelle
Entwicklung mit dem Ziel, ihnen zu einem Leben in Würde zu verhelfen und ihre
Selbstbestimmung und Integration in die Gesellschaft zu fördern.
Unser Motto: Die Eigenkräfte
im Menschen wecken und unterstützen und lernen mit ihnen umzugehen.
Unsere Grundlage ist die anthroposophische
Heilpädagogik und Sozialtherapie.
Betriebskonzept
Träger des Heimes ist die Vereinigung
St. Michael, Sozialtherapeutische Wohn- und Arbeitsgemeinschaft mit Sitz
in 3653 Oberhofen am Thunersee.
Die Vereinigung ist politisch und konfessionell
neutral und unabhängig und eine Mitgliedschaft ist allen möglich, die das Heim
St. Michael als berechtigt betrachten. Auch Firmen und Organisationen, sowie
den Angehörigen der Betreuten und den Mitarbeitenden steht eine Mitgliedschaft
offen.
Anzahl Plätze: 10 Wohnplätze mit
integrierter Beschäftigung sowie 3 Beschäftigungsplätze für Externe.
Öffnungszeit: 365 Tage im Jahr.
Betreuungszeit: 24 h.
Zielgruppe: Erwachsene
beiderlei Geschlechts mit einer IV-Rente, denen ein Wohnen und/oder Arbeiten
ohne die begleitende Gemeinschaft nicht möglich ist.
Nicht aufgenommen werden können:
- Menschen, die eine intensive
Pflege benötigen (Bettlägrigkeit).
- Rollstuhlbedürftige und schwer
Gehbehinderte (Topographie).
- Suchtgefährdete oder
abhängige Menschen.
- Akut psychisch Erkrankte.
Die Aufenthaltsdauer ist
unbeschränkt, ausser eine der Aufnahme
kriterien wird nicht mehr erfüllt.
Eine Nachbetreuung der Ausgetretenen
ist nicht vorgesehen.
Vor dem Eintritt wird ein Aufnahme-
und Zusammenarbeitsvertrag zwischen den Vertragspartnern (gesetzliche
Vertreterin, gesetzlicher Vertreter und Heim St. Michael) abgeschlossen.
Die BewohnerInnen, bzw. ihre
gesetzlichen Vertreter, sind im Besitz dieses Konzeptes sowie der Hausordnung.
Es findet jährlich mindestens ein Standortgespräch und ein Eltern- und
Angehörigenabend statt.
Aussenbeziehungen
Wir sind
- vom Kanton
Bern anerkannt und in die Bedarfsplanung
aufgenommen.
- von der IV
anerkannt und mittels Betriebsbeiträgen mitfinanziert.
- Mitglied des Kuratoriums des Verbandes
für anthroposophische Heilpädagogik und Sozialtherapie (VaHS), Dornach.
- Mitglied Heimverband Bern.
- Mitglied CURAVIVA, Zürich.
- Mitglied INSOS, Zürich.
Wir pflegen unsere Beziehungen nach
aussen durch Gespräche, Kulturveranstaltungen und durch schriftliche Veröffentlichungen.
Sehr wichtig und notwendig ist für uns ein reger Austausch zu unseren
Auftraggebern aus den Reihen der Angehörigen oder den gesetzlichen Vertretern,
den zuständigen Partnern der Bundes-, Kantons- und Gemeinde-stellen, sowie
unseren grosszügigen Spendern und, nicht zuletzt, unseren Nachbarn.
Auch haben die partnerschaftlichen
Beziehungen und aktive Zusammenarbeit mit anderen sozialen Institutionen eine
grosse Bedeutung für uns.
Qualitätssicherung
Wir sind Teilnehmer des vom
Bundesamt für Sozialversicherung anerkannten Qualitäts-verfahren Wege zur
Qualität, Winterthur und wurden letztmals am 17.5.2008 zertifiziert
(Zertifikat gültig bis 2011).
Wir haben eine interne
Qualitätsgruppe, deren Aufgabe die Wahrnehmung der Qualität nach innen und
aussen ist.
Zudem ein Arbeitssicherheitskonzept zur Selbstkontrolle, das den Anforderungen
der EKAS-Richtlinie Nr. 6512 entspricht.
Ombudsstelle
Wir haben eine Interne Fachstelle Prävention. Die Aufgaben und Kompetenzen sind
in einem Konzept beschrieben.
Als externe Ombudsstellen stehen zur Verfügung:
Bernische Ombudsstelle:
Opferhilfestelle:
für Alters- und Heimfragen
Pro Infirmis
Andrea
Lanz
Niesenstr. 1
Casinoplatz 8
3602
Thun
3011 Bern
Tel.
033 225 55 00
Tel. 031 326 38 28
Geographische Lage
Unser Heim liegt an sehr
aussichtsreicher Lage am oberen Dorfrand von Oberhofen im Gebiet Rinderstall /
Allmend, dass zum Wanderwegnetz der Umgebung gehört. Unsere Anlagen liegen im
Gemeindegebiet und beinhalten einzelne im Schutzzonenplan der Gemeinde
aufgeführte Objekte.
Erreicht werden können wir:
Mit dem Bus (21) ab Thun bis
Oberhofen Dorf oder Wichterheer (12 Minuten).
Von Oberhofen zu Fuss mit 15 - 20
minütigem Aufstieg.
Mit dem Auto via Aebnit - Sackwald -
Allmend (2 km).
Auf dem Ortsplan der Gemeinde sind
wir eingezeichnet und vermerkt.
Eine Wegbeschreibung befindet sich
am Ende dieses Konzeptes.
Begleitungskonzept
Wohnen am Balmweg 29
Die Bewohner erhalten die Möglichkeit in unserer Wohngemeinschaft
zusammen zu leben und sie lernen dabei, sich gegenseitig Unterstützung zu geben
und annehmen zu können.
Unsere Wohngemeinschaft für Menschen mit Behinderung bietet 10 Plätze
in 8 Einzelzimmern und 1 Doppelzimmer an und ist begleitungsmässig nicht weiter
in Gruppen aufgegliedert, räumlich ergeben sich jedoch von der Architektur her
gewisse Gliederungen.
Die Zimmer sind einfach
eingerichtet. Die Möglichkeit der eigenen Möblierung ist gegeben. Die sanitären
Einrichtungen sind zweckmässig, ein Zimmer verfügt über eine eigene
Waschgelegenheit. Das Richtraumprogramm der IV wird eingehalten.
Die Wohngemeinschaft ist
Tag und Nacht von mindestens einer Person begleitet.
Ferienregelung gemäss den
Bestimmungen der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern (zur Zeit
20 Tage pro Jahr). Die Wochenenden werden individuell geregelt.
Begleitetes Wohnen am Balmweg 27
Die Wohngruppe bietet drei
Menschen eine Wohnmöglichkeit in einem kleinen, überschaubaren Rahmen. Die
weitere Entwicklung des Einzelnen steht im Vordergrund, ausgehend von den
vorhandenen Ressourcen. Dabei werden lebenspraktische und soziale Fähigkeiten
unterstützt und gefördert.
Weitblick - Begleitetes Wohnen an der Staatsstrasse 25
Hier wohnen sechs Menschen
mit psychischer Beeinträchtigung. Wir bieten betroffenen Menschen eine
Möglichkeit zu einem individuellen und selbstbestimmten Leben. Sie werden in
ihrer Eigenständigkeit weiter begleitet und gefördert, um ihr Leben immer mehr
in die eigenen Hände zu nehmen und mehr Eigenverantwortung übernehmen zu
können.
In der im 2009 komplett
renovierten Liegenschaft haben alle Bewohner ein Einerzimmer.
Siehe auch unser separates
Konzept für das Begleitete Wohnen.
Arbeit
In unseren Werkstätten bieten wir 13
Arbeitsplätze in verschiedenen Bereichen an.
Sinnvollerweise sollen primär die
natürlichen und lebensnahen anfallenden Aufgaben in Haushalt und Garten der
Arbeit dienen, die von zusätzlichen Werkstätten ergänzt werden.
Haushalt und Wäsche:
Reinigungs- und Aufräumarbeiten,
Wohnraumgestaltung, Wäschebesorgung, Näh- und Flickarbeiten.
Küche
Zubereiten der Mahlzeiten, Einkauf
und Lagerhaltung, Reinigungs- und Aufräumarbeiten.
Garten:
Anbau, Pflege und Ernte der
biologisch-dynamischen Gartenerzeugnisse, vorwiegend für den Eigenbedarf.
Übernahme von Verantwortung in Bezug auf die Bedürfnisse von Pflanzen und
Tieren (Hühner und Enten). Erleben von Naturgesetzmässigkeiten und Rhythmen.
Landschaftspflege:
Gestaltung und Unterhalt des Heimareals (Sauberhaltung, Instandhaltung,
Rabatten- und Heckenpflege, Rasenmähen, Schneeräumung etc.).
Backstube:
Herstellung von Brot und weiteren
Backwaren für den Eigenbedarf und Kundenverkauf.
Holzwerkstatt:
Herstellung von Spielsachen und
Gebrauchsgegenständen für den Eigenbedarf und Kundenverkauf.
Der Absatz der Produkte geschieht,
soweit sie nicht zum Eigenbedarf verwendet werden, durch Verkauf in der
Institution, gelegentliche Marktbesuche und Verkauf durch ent-sprechende Läden.
Kunst und Therapie
Die künstlerische und therapeutische Betätigung schafft Raum dafür, dass der
Mensch für eine Zeit den Alltagspflichten entbunden wird und sich wieder neu
öffnen kann für Begegnungs- und Lebensqualitäten. Diese Prozesse können ihm
helfen, sich selbst wieder zu entdecken und sich neu zu gestalten.
Unser Angebot:
- Oeldispersions- und andere medizinische
Bäder.
- Einreibungen und Wickel.
- Plastisch-künstlerisches Werken.
- Theaterpädagogik.
Medizinische Betreuung
Die medizinische Betreuung wird
durch folgende Ärzte gewährleistet, wobei wir die freie Arztwahl unserer
Betreuten respektieren:
Dr. Caroline Fankhauser, Oberhofen
Dr. Roger Tellenbach, Hilterfingen
(Zahnarzt)
Kultur und Weiterbildung
Zur Erhaltung der im Verlaufe der
Schul- und Ausbildungszeit erworbenen Fähigkeiten bedarf es permanenter
Weiterbildung. So soll durch ein vielfältiges Angebot an Weiter-bildungsmöglichkeiten
die individuelle Entwicklung der Betreuten gewährleistet werden.
Die Pflege der Jahresfeste und das
Feiern anderer Festlichkeiten sollen bewusst den Heimalltag bereichern, ihm
Farbe bringen und einen roten Faden im Jahreslauf bilden.
Interne Angebote:
- In die Wohn- und Arbeitswelt integrierte Weiterbildung.
- Tägliche Morgentreff.
- Monatliche Sonntagsfeier.
- Musik, Chorsingen.
- Volkstanz.
- Malen, Basteln etc.
- Turnen und Spielen.
- Spezielle Einzel- oder
Kleingruppen-Förderung.
- Lager.
- Konzertveranstaltungen.
Unsere BewohnerInnen haben ihre
eigene Sitzung, die sogenannte Betreutenkonferenz. Sie ist ein Lern- und
Übungsfeld für soziale Prozesse und Informations- und Mitbestimmungs-organ im
Austausch mit der Mitarbeiterkonferenz.
Externe Angebote:
Praktisch alle Angebote des
öffentlichen Lebens die für unsere BewohnerInnen geeignet sind wie Kurse der
Volkshochschule, Exkursionen und Besichtigungen, Konzertbesuche, Lager,
Sportliche Angebote etc.
Verpflegung
Die Zubereitung der Mahlzeiten geschieht in der Heimküche unter Mithilfe und
teilweiser Eigenverantwortung der Betreuten.
An die Qualität der Ernährung werden
hohe Anforderungen gestellt: Sie soll vielseitig und von guter Qualität sein,
wenn möglich mit biologisch-dynamischen oder biologischen Produkten und
unter Einbezug der eigenen biologisch-dynamischen Produktion.
Auf die Besonderheiten in der
Nahrungsverträglichkeit der Betreuten wird Rücksicht genommen.
Wir haben ein Hygienekonzept zur Selbstkontrolle, das den Anforderungen der
Lebensmittel-kontrolle entspricht.
Tagesablauf
07.00
h
Aufstehen
07.30
h
Frühstück und Ämtli
08.30
h Morgentreff
09.00 h Arbeit
(Znüni von 10.00 – 10.30
h)
12.00
h
Mittagessen und Pause
14.00 h Arbeit (Zvieri von 15.30 – 16.00 h)
17.00
h
Abendgestaltung, Nachtessen
22.00
h
Nachtruhe
Mitarbeitende und Ausbildungsmöglichkeiten
Der persönlichen und fachlichen Qualifikation der Mitarbeitenden wird grosses
Gewicht beigemessen. Diese sollen sich im Gleichgewicht halten, denn durch
Diplome und Ausbildungsabschlüsse allein kann die Qualität nicht gewährleistet
werden.
Alle Mitarbeitenden sollen unser
Heim als gesamten Organismus überblicken können und im Rahmen ihrer Tätigkeiten
dafür die Verantwortung übernehmen. Damit dies gelingen kann, müssen alle auch
informiert sein, was eine hohe Transparenz innerhalb des Heimes erfordert.
Das Hauptorgan des Austausches, der
Information, der Meinungsbildung und der Entscheide (soweit dies nicht in der
Kompetenz eines anderen Organes oder einer anderen Person ist) ist die obligatorische
Mitarbeiterkonferenz, an der alle Mitarbeitenden die Möglichkeit und das Recht
haben, Anliegen zu traktandieren und zu vertreten.
Im sogenannten Heim-ABC sind sämtliche Dokumente wie
Anstellungsbedingungen, Aufgabenbeschrieb und Verträge sowie der Organisation
und Kompetenzen enthalten.
Weiterbildung:
Das Heim unterstützt die Mitarbeitenden bei ihren Bestrebungen um Weiterbildung
im Rahmen des Möglichen durch Freistellen von der Arbeit und
mit finanziellen Zuschüssen. Heimintern werden regelmässig Weiterbildungskurse
angeboten und zudem bietet die Mitarbeiterkonferenz Gelegenheit zu Lehr- und
Lernsituationen.
Soweit nötig und finanziell möglich kann
Organisationsentwicklung/Coaching/Supervision angeboten werden.
Der Stellenplan ergibt sich unter Berücksichtigung der folgenden
Gesichtspunkte:
Bedürfnisse der Betreuten.
Einhaltung der qualitativen Bedingungen.
Finanzielle Rahmenbedingungen.
Daraus ergeben sich 1030 Stellenprozent verteilt auf 18 Mitarbeitende.
Ausbildungsmöglichkeiten
Es kann zwei PraktikantInnen die
Möglichkeit geboten werden erste Berufserfahrungen in der Sozialtherapie zu
erwerben. Ihnen kann nur soviel Verantwortung übertragen werden, wie es ihrer
persönlichen und ausbildungsmässigen Voraussetzung entspricht.
Organigramm